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Red Aces - RB Leipzig

Kein Platz für Subkultur – Warum verarscht ihr die Skaterszene?

Mittlerweile ist es fast ein Jahr her, dass die Rasenballer am Cottaweg ihr Trainingszentrum bezogen haben. Das gute Ding kostete 35 Millionen, Dominik Kaiser sprach von optimalen Bedingungen und dass all dies allererste Sahne sei.
Das mag wohl zutreffend sein, für jeden der seinen Platz in der “Roten Bullen Herde“ gefunden hat, doch verursacht diese Elitebildung auch Ausgrenzung.
In der Bauphase des Geländes lies man noch Graffiti-Künstler die tristen Container verschönern, eignete sich bewusst ein junges, modernes und subkulturelles Image an, was letztendlich nur davon übertroffen werden konnte, dass man sich dafür entschied, einen freizugänglichen Skate-Park auf das Gelände bauen zu lassen. Bewusst erhaschte man sich Sympathiepunkte in Kreisen, die wohl sonst eher keine Nähe zum Auftritt von Rb in Leipzig gefunden hätte.
Geschickt gelang es dem Verein bzw. Unternehmen dort Gehör zu finden, wo zuvor ein Tenor der Ablehnung dominiert hatte.

Nun aber zum eigentlichen Happening:
Der Skatepark ist zwar seit September 2015 fertig und weiß durchaus zu überzeugen – perfekte Bedingungen für BMX/SkaterInnen. Bedingungen von denen nun niemand mehr profitieren kann und die mittlerweile hauseigen zerstört wurden.
Still und heimlich baute man Fahrradständer über die Curbs, Sitzbänke über die Ledges und andere Raffinessen, die alles daran setzen, den Park so zu gestalten, dass ein Befahren unmöglich wird.
Im Trainings- und Leistungszentrum scheint kein Platz für Menschen zu sein, die nicht in deren Konzept passen oder sich zumindest nicht assimilieren lassen. Geht es den Verantwortlichen aber lediglich um die Vermeidung eines Imageschadens durch herumlungernde Jugendliche mit Skateboards und Bikes oder will man einfach nur die soziale Isolierung der heranwachsende Fußballstars aufrechterhalten? Sie nicht in Versuchung führen? Die Investition schützen, die man durch den Kontakt mit einem weniger autoritären Lebensstil zu verlieren fürchtet? In typischer Manier wird jedenfalls präventiv entgegengewirkt, indem sofort der Riegel vor alles geschoben wird, was eventuell einen negativen Einfluss nehmen könnte. Den Schlüssel hat Uwe Mathias verschluckt. Der einzige Ersatzschlüssel liegt in Fuschl hinter einer dicken Tresortür am Boden des Sees, herankommen unmöglich.

Die eigentliche Perversion besteht allerdings darin, dass Leipziger Skate-Netzwerke in die Gestaltung zuerst eingebunden wurden – nun aber nur noch die Möglichkeit besitzen, ihr BMX Rad auf einem der schicken Fahrradständer abzustellen, während sie in der Cottaria einen Mittagssnack genießen.
Definitiv ein realer Irrsinn.

Vielleicht sollte man die Außengestaltung des Geländes „Vorsicht Freilaufende Bullen“ (sic!) um den Nebensatz „Subkultur und nonkonformer Lebenswandel unerwünscht“ erweitern.

Doch warum tangiert uns diese Thematik überhaupt?
Wir als aktive Fanszene von Rasenballsport Leipzig und insbesondere als Red Aces und rasenballisten sind zwar Teil des »Gebildes« Rb Leipzig, aber dennoch sehen wir uns in der Pflicht gerade bei solch sensiblen Themen den Finger in die Wunde zu legen. Dies ist gerade beim Eklat rund um den unbenutzbaren Skatepark wichtig.
Denn hier ist durchaus eine allgemeine Tendenz der Vereinspolitik zu erkennen: Ein NEIN zu Subkultur und lokaler Individualität.
Soll im Klartext heißen: Wir sehen in dem rigorosen Nein des Vereins zu den SkaterInnen auf dem Vereinsgelände auch die schleichende Gefahr eines Neins zu einer individuellen Fan- und Jugendkultur im Stadion. Natürlich bestand bereits in den vergangenen Jahren immer wieder ein gewisses Spannungsfeld zwischen dem perfekten, hochprofessionellen Vereinsimage und unseren eher eckigen und kantigen Ideen einer neuartigen Fußballsubkultur in Leipzig. Allerdings hatten wir in der Vergangenheit eigentlich den Eindruck, dass auf Seiten des Vereins zunehmend mit einem gewissen Verstand und auch Verständnis für unsere Vorstellungen gearbeitet und reagiert wurde.
Insofern beunruhigt uns die Null-Toleranz-Politik von Rb Leipzig gegenüber der Leipziger Skate-Szene umso mehr. Gerade weil sich diese – ähnlich wie wir – momentan noch in einer Aufbauphase befindet. Hat es etwa System solche noch wachsenden Strukturen direkt im Keim zu ersticken?
Ebenfalls ist nicht zu verkennen, dass es sich bei der Entscheidung anscheinend um eine Kurzschlussreaktion handelt. Die Folgen wurden nicht ausreichend durchdacht. Klingt ganz nach einem Rückfall in alte Tage, wie sie uns nur zu gut bekannt sind.
Es würde dem Image unseres Vereins wahnsinnig helfen, wenn zumindest zu erkennen wäre, dass man sich neben der eigenen Elitenförderung auch um lokale Subkulturen bemühen oder diese wenigstens nicht zum Narren halten würde.

UND: Ein starkes Zeichen an die Fußballkultur in den eigenen Reihen wäre es auch. Denn es gibt durchaus vereinzelt Kontakte unsererseits in die Leipziger Skate-Szene und somit fühlt man sich ebenfalls ein stückweit betroffen. Hier ist unsere vollste Solidarität erforderlich!
Aus unserer Position einer Subkultur heraus, können wir dem Verein nur sehr dringend ans Herz legen, die Skate-Anlage schnellstmöglich wieder nutzbar zu machen. Und zwar für diejenigen, für die sie erst vor kurzem eigentlich gebaut wurde und für all die, die sie brauchen!
Der viel größere und wichtigere Schritt wäre allerdings, mit den eigentlichen Betroffenen das Gespräch zu suchen. Die Leipziger SkaterInnen wollen euch sicher nichts Böses! Subkulturen müssen innerhalb und außerhalb unseres Rasenballsports nicht nur eine Chance bekommen, sondern mit Respekt versehen werden und verdienen Unterstützung und Wertschätzung!

Für Leipzig, Für Subkultur, für Individualität.

Red Aces

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